In Dresden begegnet man dem fensterlosen Bad in zwei recht verschiedenen Haustypen. Rund 40 Prozent der Wohnungen der Stadt stammen aus der Zeit bis 1949. In vielen Gründerzeithäusern, etwa in Löbtau oder Pieschen, kam das Bad erst nachträglich hinzu, häufig in eine schmale Kammer ohne Außenwand. In den Plattenbauten der Serie WBS 70, wie sie in Gorbitz und Prohlis-Reick stehen, war die Sanitärzelle dagegen von vornherein ohne Fenster geplant.
Für die Bewohner bringt die fensterlose Lage sogar Pluspunkte: Der Raum bleibt warm, Straßenlärm dringt kaum herein, und Vorhänge braucht niemand. Offen bleibt nur, wohin der Dampf nach jeder Dusche entweicht. Bodengleiche Duschen verschärfen das, weil sich das Wasser breit verteilt und schneller verdunstet. Sitzt schon ein Schacht hinter der Wand, kostet ein Gerät mit 10 bis 20 Minuten Nachlaufzeit meist 250 bis 500 Euro; verbindlich wird der Preis nach dem Ersttermin, der nichts kostet.
Pro Duschgang verdampft ungefähr ein Liter Wasser. Ist die Luft im Bad 20 Grad warm und zu 60 Prozent mit Feuchte gesättigt, schlägt sich Wasser schon an Flächen unter etwa 12 Grad nieder; Fachleute nennen diese Grenze Taupunkt. Feucht werden so die Silikonfugen, die Rückwand des Unterschranks und der Winkel hinter der Tür. Wichtig ist deshalb vor allem das Tempo, mit dem die nasse Luft den Raum verlässt.

