Ende 1990 wurde das Viertel auf Initiative seiner Bewohner zum ersten und größten Sanierungsgebiet Dresdens. Bis 2021 flossen in die 87,5 ha rund 104,1 Millionen Euro. Ein Bad aus dieser Zeit ist heute meist um die 25 bis 30 Jahre alt. Vor jedem Angebot sehen wir uns dort vier Punkte an.
Punkt eins ist der Fußboden. Auf den Balken liegt häufig nur eine schwache Estrichschicht, die Aufbauhöhe ist entsprechend gering. Ein Wandablauf braucht 70 bis 100 mm, eine Bodenrinne oder ein Punktablauf 120 bis 150 mm; hinzu kommt das Gefälle bis zum Strang, das mit jedem Meter Weg Höhe frisst. Steckt unter dem Estrich noch die alte Schüttung, gewinnt man dort Spielraum zurück. Dann gelingt die Dusche ohne Schwelle leichter, als viele denken.
Punkt zwei betrifft die Rohre. Kupfer und Kunststoff aus der Sanierungszeit sind in der Regel noch brauchbar. Heikel ist vielmehr, wo sie enden: an der Stelle der alten Wanne, nicht dort, wo künftig geduscht wird. Im Raum selbst ersetzen wir darum jede Leitung, den Steigstrang im Schacht lassen wir stehen, wenn er dicht ist. Bleileitungen dürfen seit dem 12.01.2026 nur noch mit einer Fristverlängerung des Gesundheitsamts in Betrieb sein (§ 17 TrinkwV, Stand Oktober 2026).
Punkt drei ist der Strom. Ein Fehlerstromschutzschalter ist in vielen Bädern dieser Zeit schon vorhanden, Steckdosen dagegen kaum. Unser Plan sieht meist vier Dosen vor, davon zwei neben dem Becken, eine für die Waschmaschine und eine freie. Spiegel- und Deckenleuchte erhalten je einen eigenen Schalter.
Punkt vier ist die Luft. In hohen Altbauräumen steigt Wasserdampf nach oben und staut sich dort, ehe er abzieht. Schwarze Flecken entstehen deshalb eher oben im Eck über der Duschecke als zwischen den Fliesen. Abhilfe bringt ein Abluftventilator mit Nachlauf; wie man ihn bemisst, steht unter Bad lüften.