Über ein Jahrhundert haben in einem solchen Haus wechselnde Firmen installiert, zuletzt
meist in den Jahren nach 1990. Darum stößt man hinter alten Fliesen gelegentlich auf
Leitungen, die teils auf, teils unter Putz laufen, nicht selten im selben Bad. Für das
Freilegen kalkulieren wir im Altbau mehr Zeit ein als in der Siedlung, als eigene Position
im Angebot.
Am senkrechten Strang bleibt in der Regel alles, wie es ist. Neu wird nur, was ab dem Abzweig
in Ihrer Wohnung verläuft; Steig- und Fallleitung bleiben im Haus, wenn sie keine Schäden
zeigen. Dahinter steht auch das Wohnungseigentumsrecht: Der Strang zählt zum
Gemeinschaftseigentum, und über einen Eingriff dort muss die Gemeinschaft nach § 20 Abs. 1
WEG beschließen. Ist der Strang betroffen, bekommen Sie von uns eine Beschreibung in
Schriftform, mit der die Verwaltung arbeiten kann; mehr unter
Bad in der Eigentumswohnung.
Auch der Standort kann Auflagen bringen. Für den Dorfkern Altcotta, wo an der Hebbelstraße
vereinzelt Bauerngehöfte stehen, ist eine Erhaltungssatzung aus dem Jahr 1992 genannt. Wer
dort Fassade, Fenster oder den Zuschnitt der Wohnung verändern will, braucht nach § 173 BauGB
die Zustimmung der Stadt; für die Erneuerung eines Bads im
Inneren ist sie in der Regel nicht nötig. Zuständig ist das Amt für Stadtplanung und
Mobilität.
Strenger ist der Denkmalschutz. Cotta hat mehrere Kulturdenkmale, vom Rathaus aus den
Jahren 1899 bis 1901 bis zur Heilandskirche. Steht Ihr Wohnhaus selbst auf der Liste, gilt
§ 12 Abs. 1 SächsDSchG: Am Kulturdenkmal brauchen auch Arbeiten innen eine Genehmigung der
Denkmalschutzbehörde, in Dresden des Amts für Kultur und Denkmalschutz. Diese Abstimmung
holen wir vor Baubeginn ein. Ohne sie gibt es auch keine Bescheinigung für eine
Steuerabschreibung gemäß §§ 7i oder 10f EStG, die ohnehin nur alternativ zur Steuerermäßigung nach § 35a EStG
in Frage kommt.
Eine Ausnahme macht Blei. Kommt hinter der Wand ein Trinkwasserrohr aus diesem Metall zum
Vorschein, bauen wir es aus. § 17 Abs. 1 TrinkwV setzte für Ausbau oder Stilllegung solcher
Rohre den 12. Januar 2026 als Frist; vom 12. Januar 2028 an liegt der zulässige Bleigehalt
bei 0,005 Milligramm je Liter statt bisher 0,010. Wo ein Haus nach 1990 durchsaniert wurde,
ist Blei selten, in unsanierten Häusern lohnt der Blick.
Wie der Boden aufgebaut wird, hängt an der Decke darunter. Eine Holzbalkendecke verträgt
kein unnötiges Gewicht, und die Abdichtung muss ihr Schwingen mitmachen, ohne Risse zu
bekommen. Viel Aufbauhöhe bleibt oft nicht, für eine bodengleiche Dusche reicht sie dennoch
meist. Ein flacher Bodenablauf kommt mit 65 bis 90 Millimetern aus, ein Ablauf in der Wand
mit noch weniger; erst eine Duschrinne mit 90 bis 120 Millimetern bringt die Planung an ihre
Grenze.